Wappen: Gemeinde Ötisheim

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Im Detail

In Gold (Gelb) schräggekreuzt ein roter Abtsstab und eine grüne Eidechse.

Der Abtsstab weist auf die klösterliche Grundherrschaft hin. Seit mindestens 1177 hatte das Kloster Maulbronn die Ortsherrschaft inne. Auch nachdem das Kloster 1504 unter württembergische Schirmherrschaft gekommen war und später aufgelöst wurde, blieb Ötisheim bis 1806 beim Klosteramt Maulbronn.

Pfarrer Nicolai, der von 1732 bis 1783 in Ötisheim tätig war schreibt in seinem Bericht über Ötisheim aus dem Jahre 1774: „Ötisheim mag von alters und von seinem Ursprung an Eidexheim (ist gleich der Eidechsen Heimat) geheißen haben, denn der Ort liegt an einem südlichen Hügel wie ein Amphitheatrum, wo einmal viele Eidechsen sich aufgehalten haben mögen.“

Tatsächlich ist der Zusammenhang eher anders zu sehen. Die Bezeichnung „Aize“ lässt sich sprachgeschichtlich konsequent aus den frühesten schriftlichen Überlieferungen des Ortsnamens ableiten. Das „-heim“ von „Autinesheim“ wurde mundartlich schon früh zu einem Reduktionsvokal „e“ verschliffen. Der voralthochdeutsche Diphtong „au“ wurde im Laufe der Jahrhunderte hochsprachlich zu „ö“ weiterentwickelt, während es im Schwäbischen zu „ai“ kam. Die Parallelität lässt sich gut in Quellentexten des 16. Jahrhunderts zeigen, wo neben „Öttisheim“ oder „Ötteßhaim“ von „Aittes(s)haim“ die Rede ist.

Der Volksmund deutete dann das immer mehr in Vergessenheit geratene „Heim des Autines“ in „Heim der Eidechsen“ um und motivierte wohl so das entsprechende Wappentier.